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Versteckter Zucker in Beikost und Kindermahlzeiten erkennen

Auf vielen Quetschies steht „ohne Zuckerzusatz“, trotzdem stecken drei bis vier Zuckerwürfel darin. Was die Angabe bedeutet und woran du süße Produkte auf dem Etikett erkennst.

Versteckter Zucker in Beikost und Kindermahlzeiten erkennen

Baby-Led-Weaning: von Anfang an selbstständig essen.

Auf vielen Quetschies und Fruchtbreien steht „ohne Zuckerzusatz“ oder „nur natürliche Süße aus Früchten“. Trotzdem stecken in einem Beutel oft drei bis vier Zuckerwürfel. Wer weiß, wo der Zucker herkommt und wo er auf dem Etikett steht, erkennt süße Produkte in wenigen Sekunden.

Warum Fruchtpürees zuckriger sind als frisches Obst

Wird Obst zu Mus oder Saft verarbeitet, bleibt der Zucker vollständig erhalten. Die Zellstruktur ist aber zerstört, und das Kauen fällt weg. Ein Stück Apfel muss dein Baby mühsam abnagen und zerkauen. Ein Quetschie aus Apfel, Banane und Mango ist dagegen in einer Minute leer getrunken. So nimmt ein Kind in kurzer Zeit viel Zucker auf, ohne satt zu werden. Ein typischer Beutel mit 100 Gramm enthält etwa 10 bis 14 Gramm Zucker, fast alles aus der Frucht selbst.

Was „ohne Zuckerzusatz“ auf der Packung bedeutet

Die Angabe ist in der EU geregelt. Ein Hersteller darf „ohne Zuckerzusatz“ nur schreiben, wenn er weder Zucker noch ein anderes Lebensmittel zum Süßen hinzugefügt hat. Ein Traubensaftkonzentrat, das nur zum Süßen im Produkt ist, schließt die Angabe also aus. Erlaubt bleibt sie aber, wenn das Obst selbst die Hauptzutat ist. Deshalb kann ein reiner Fruchtbrei zu Recht „ohne Zuckerzusatz“ heißen und trotzdem sehr süß sein. Für die Zähne macht es keinen Unterschied, ob der Zucker aus der Frucht stammt oder aus der Zuckerdose.

Für die Zähne macht es keinen Unterschied, ob der Zucker aus der Frucht stammt oder aus der Zuckerdose.

Prof. Dr. Ulrich Schiffner, Zahnmediziner mit Schwerpunkt Kinderzahnheilkunde, hat uns im Gespräch über Kariesvorbeugung gesagt, welche Rolle die Ernährung dabei spielt:

Antwort von Prof. Dr. Ulrich Schiffner

Es sei hinzugefügt, dass für die Kariesvorbeugung eine gesunde Ernährung einen ebenso hohen Stellenwert hat wie das Zähneputzen oder Fluoridierungsmaßnahmen. Bei häufigen Kontakten der Kinderzähne mit zuckerhaltigen Getränken oder Nahrungsmitteln ist das Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta besonders wichtig.

Quelle: Fluorid im ersten Lebensjahr: Was wirklich gilt

Was das für die Geschmacksentwicklung bedeutet

Die Vorliebe für Süßes ist angeboren. Schon Neugeborene reagieren auf süßen Geschmack mit Entspannung, auf bitteren mit Abwehr. Das ist sinnvoll, denn Muttermilch schmeckt leicht süß. Wie stark diese Vorliebe bleibt, hängt aber davon ab, was ein Kind in den ersten Jahren oft isst. Bekommt es regelmäßig süße Breie, Quetschies und Kekse, wird Süß zum Normalfall. Gemüse mit seinen leicht bitteren Noten hat es dann schwerer. Mehr dazu steht im Artikel Warum Kinder plötzlich Gemüse ablehnen.

Wie du Etiketten schneller einordnest

Schau zuerst auf die Zutatenliste. Die Zutaten stehen dort nach Menge sortiert. Steht Apfelmark, Bananenpüree oder Traubensaftkonzentrat ganz vorn, ist das Produkt in erster Linie süß, egal wie viel Gemüse auf der Vorderseite abgebildet ist. Danach lohnt der Blick in die Nährwerttabelle auf die Zeile „Kohlenhydrate, davon Zucker“. Vergleiche dabei Produkte derselben Art pro 100 Gramm, die Unterschiede sind oft groß. Am wenigsten Zucker haben Gläschen, die vor allem aus Gemüse, Getreide oder Fleisch bestehen.

Was Fachleute empfehlen

Das Netzwerk Gesund ins Leben rät, Beikost im ersten Lebensjahr nicht zu süßen und auch danach sparsam mit Zucker umzugehen. Das gilt ausdrücklich auch für Getränke wie Saft und gesüßten Tee, siehe Saft für Babys im ersten Jahr und Tee für Babys: Warnung vor Fenchel. Ein Quetschie unterwegs ist kein Drama. Er sollte nur nicht die Mahlzeit ersetzen. Beim Baby-Led-Weaning ist das Problem ohnehin kleiner, denn dein Kind isst von Anfang an mit, was auf dem Familientisch steht. Ein Stück Apfel oder Banane ist dabei die bessere Wahl als dieselbe Frucht aus dem Beutel.

Quellen

  1. Das Zitat stammt wortgetreu aus der schriftlichen Auskunft von Prof. Dr. Ulrich Schiffner an die Redaktion von baby-led-weaning.de, erschienen im Beitrag Fluorid im ersten Lebensjahr.
  2. Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben, Anhang „ohne Zuckerzusatz“.
  3. Netzwerk Gesund ins Leben / Bundeszentrum für Ernährung.
  4. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE).

Stand: September 2026. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.

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Redaktion Baby-led-weaning.de
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