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Tee für Babys: Warnung vor Fenchel

Fencheltee gilt als Klassiker für Babys. Die EMA rät bei Kindern unter vier Jahren davon ab. Was dahintersteckt und welcher Tee stattdessen geht.

Tee für Babys: Warnung vor Fenchel

Fencheltee: Die EMA rät bei Babys inzwischen davon ab.

Fencheltee gilt als der Babytee schlechthin. Ausgerechnet von ihm rät die Europäische Arzneimittelagentur inzwischen ab, und zwar für Kinder unter vier Jahren.

Vor der Beikost braucht dein Baby keinen Tee

Solange Muttermilch oder Säuglingsnahrung die Hauptnahrung ist, braucht ein gesundes Baby kein zusätzliches Getränk. Weder Wasser noch Tee. Wann Getränke dazugehören und wie viel genügt, steht in Wasser für Babys.

Tee wird trotzdem oft schon früher gegeben, meist gegen Blähungen. Genau dafür lohnt sich ein genauerer Blick.

Fenchel: warum die EMA abrät

Fenchel enthält von Natur aus Estragol. Der Stoff wirkte im Tierversuch dosisabhängig krebserregend, weshalb die Europäische Arzneimittelagentur empfiehlt, die Aufnahme so gering wie möglich zu halten. Seit 2023 rät sie von fenchelhaltigem Tee für Kinder unter vier Jahren ausdrücklich ab und empfiehlt bei älteren Kindern sowie in Schwangerschaft und Stillzeit große Zurückhaltung.

Das Problem für Eltern ist die Schwankungsbreite: Wie viel Estragol in einer Tasse landet, hängt von Sorte, Herkunft und Anbau ab. Eine Untersuchung von Öko-Test lag 2025 bei drei von neun Babytees über dem Orientierungswert der EMA, gerechnet auf ein acht Kilogramm schweres Baby und 100 Milliliter Tee am Tag.

Wie viel Estragol in einer Tasse landet, hängt von Sorte, Herkunft und Anbau ab.

Der zweite Punkt: Pflanzengifte aus Beikräutern

Bei der Ernte können Beikräuter wie Jakobskreuzkraut in die Teemischung geraten und Pyrrolizidinalkaloide eintragen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung stuft diese Stoffe als unerwünscht ein: In hoher Dosierung schädigen sie die Leber, im Tierversuch erwiesen sich einzelne von ihnen als erbgutverändernd.

Eine akute Gefahr durch eine Tasse Tee besteht laut BfR nicht. Kritisch ist die dauerhafte Aufnahme über lange Zeit. Deshalb empfiehlt auch das Netzwerk Gesund ins Leben, Pfefferminz-, Kamillen- und Melissentee nicht als einziges Getränk anzubieten.

Welcher Tee dann?

Das beste Getränk bleibt Wasser. Wenn es Tee sein soll, eignen sich milde Früchte- und Kräutertees ab dem Beikostalter, im Wechsel und nicht als Dauergetränk. Spezielle Säuglingstees unterliegen strengeren gesetzlichen Auflagen als normale Teemischungen.

Ungesüßt ist dabei die wichtigste Regel. Instant-Teegranulate enthalten häufig Zucker, und in Verbindung mit dauerndem Nuckeln an der Flasche ist das die Kombination, die den Milchzähnen am meisten schadet.

Antwort von Prof. Dr. Ulrich Schiffner

Bei häufigen Kontakten der Kinderzähne mit zuckerhaltigen Getränken oder Nahrungsmitteln ist das Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta besonders wichtig.

Quelle: Fluorid im ersten Lebensjahr: Was wirklich gilt

Worauf du beim Kauf achten kannst

Sieh auf der Zutatenliste nach, ob Fenchel enthalten ist, und ob Zucker, Maltodextrin oder Fruchtsüße zugesetzt wurden. Ein Produkt für Säuglinge ist nicht automatisch fenchelfrei. Manche Hersteller haben ihre Rezepturen inzwischen umgestellt und ersetzen Fenchel etwa durch Kümmel.

Und unabhängig von der Sorte: Tee gehört in den Becher, nicht in die Flasche. Warum das für Zähne und Mundentwicklung entscheidend ist, steht in Offener Becher statt Schnabeltasse.

Was du daraus mitnehmen kannst

Tee ist kein nötiges Getränk, sondern eine Abwechslung. Wasser deckt den Bedarf. Wenn Tee auf den Tisch kommt, dann ungesüßt, im Wechsel und bei Kindern unter vier Jahren besser ohne Fenchel.

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Redaktion Baby-led-weaning.de
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