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Wasser für Babys: Ab wann?

Ab wann Babys Wasser brauchen, wie viel genügt und warum die Empfehlung „ab dem dritten Brei“ beim Baby-Led-Weaning ins Leere läuft.

Wasser für Babys: Ab wann?

Wasser zur Mahlzeit: Ab Beikoststart darf der Becher mit auf den Tisch.

Die offiziellen Empfehlungen sagen: Ab dem dritten Brei braucht dein Baby zusätzlich Wasser. Nur gibt es beim Baby-Led-Weaning gar keinen dritten Brei. Was also gilt stattdessen?

Vor dem Beikoststart braucht dein Baby nichts zu trinken

Ein gesundes Baby bekommt über Muttermilch oder Säuglingsnahrung alles an Flüssigkeit, was es braucht. Das gilt auch noch, wenn die ersten festen Stücke dazukommen. Zusätzliches Wasser ist in den ersten Monaten nicht nötig und kann sogar schaden: Die Nieren eines jungen Säuglings können größere Mengen freies Wasser noch nicht schnell genug ausscheiden.

Warum die übliche Faustregel bei BLW nicht funktioniert

Das Netzwerk Gesund ins Leben empfiehlt, spätestens mit der Einführung des dritten Breis zusätzlich Wasser anzubieten. Diese Regel stammt aus dem löffelbasierten Beikostaufbau, bei dem eine Milchmahlzeit nach der anderen durch einen Brei ersetzt wird. Der dritte Brei markiert dort den Punkt, an dem die feste Nahrung so viel Raum einnimmt, dass die Flüssigkeit aus der Milch nicht mehr reicht.

Beim Baby-Led-Weaning gibt es diese Zählung nicht. Es gibt keine Breie, die man abzählen könnte, und keinen festen Fahrplan, wann welche Mahlzeit ersetzt wird.

In den ersten Wochen geht es ohnehin nicht ums Trinken, sondern ums Üben.

Die Regel für BLW: sobald wirklich gegessen wird

Übersetzt heißt die Empfehlung: Biete Wasser an, sobald dein Baby regelmäßig nennenswerte Mengen fester Nahrung isst und dafür Milchmahlzeiten wegfallen. Das ist meist irgendwann zwischen dem achten und zehnten Monat der Fall, aber es hängt vom Kind ab, nicht vom Kalender.

Praktisch spricht nichts dagegen, den Becher schon vorher auf den Tisch zu stellen. In den ersten Wochen geht es ohnehin nicht ums Trinken, sondern ums Üben. Wie sich Menge und Fähigkeiten über die Monate verändern, steht in Was Babys in jedem Alter brauchen.

Wie viel es am Ende sein sollte

Der Richtwert für die gesamte Wasserzufuhr liegt bei Säuglingen zwischen vier und zwölf Monaten bei etwa einem Liter am Tag. Der größte Teil davon steckt schon in Milch und Essen. Als zusätzliches Getränk genügen deshalb rund 200 Milliliter über den Tag verteilt. Das sind ein paar Schlucke zu jeder Mahlzeit, keine volle Flasche.

Im Kleinkindalter steigt die Menge. Als Maß für die Praxis nennt Gesund ins Leben sechs kleine Becher am Tag. Im Durchschnitt trinken Kleinkinder allerdings nur etwa die Hälfte davon.

Aus dem Becher, nicht aus der Flasche

Getränke gehören von Anfang an in einen offenen Becher oder eine Tasse. Das passt zum BLW-Gedanken, weil dein Baby selbst greift und dosiert. Es hat aber vor allem einen zahnmedizinischen Grund: Ständiges Nuckeln an einer Flasche umspült die Zähne dauerhaft mit Flüssigkeit. Die Flasche als Einschlafhilfe sollte deshalb gar nicht erst zur Gewohnheit werden.

Wir haben Prof. Dr. Ulrich Schiffner, Zahnmediziner am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, zur Kariesvorbeugung befragt. Er ordnete die Rolle der Getränke so ein:

Antwort von Prof. Dr. Ulrich Schiffner

Es sei hinzugefügt, dass für die Kariesvorbeugung eine gesunde Ernährung einen ebenso hohen Stellenwert hat wie das Zähneputzen oder Fluoridierungsmaßnahmen. Bei häufigen Kontakten der Kinderzähne mit zuckerhaltigen Getränken oder Nahrungsmitteln ist das Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta besonders wichtig.

Quelle: Fluorid im ersten Lebensjahr: Was wirklich gilt

Welches Wasser geeignet ist

Leitungswasser ist in Deutschland die beste Wahl und muss nicht abgekocht werden. Lass es vorher so lange laufen, bis es kalt aus der Leitung kommt: Wasser, das über Nacht in den Rohren stand, nimmt mehr Metalle auf. Aus Bleileitungen darf kein Trinkwasser für Babys kommen. Wer einen Hausbrunnen nutzt, sollte die Wasserqualität vorher prüfen lassen.

Mineralwasser geht auch, sofern auf dem Etikett steht, dass es für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet ist. Teures Babywasser braucht ihr nicht.

Was nicht in den Becher gehört

Süße Getränke haben im ersten Jahr nichts auf dem Tisch verloren, auch nicht verdünnt als Schorle. Kuhmilch zählt in dieser Zeit als Nahrungsmittel, nicht als Getränk, und ihr Calcium bremst zudem die Eisenaufnahme, wie in Eisen in der Beikost beschrieben. Wie es sich mit Pflanzendrinks verhält, steht in Kuhmilch oder Pflanzenmilch für Babys.

Bei Tees ist Vorsicht angebracht: Pfefferminz, Kamille und Melisse können von Natur aus Pyrrolizidinalkaloide enthalten und sollten nicht das einzige Getränk sein.

Häufige Fragen zum Trinken

Muss ich Wasser anbieten, wenn mein Baby voll gestillt wird?

Solange Milch die Hauptnahrung ist, nein. Sobald feste Nahrung Milchmahlzeiten ersetzt, gehört ein Becher Wasser zur Mahlzeit dazu.

Mein Baby trinkt nichts aus dem Becher. Ist das schlimm?

In den ersten Wochen ist das normal. Trinken ist eine eigene Fähigkeit, die geübt werden muss, und anfangs landet mehr daneben als im Mund. Solange dein Baby weiterhin Milch bekommt, ist die Versorgung gesichert.

Braucht mein Baby bei Hitze oder Fieber mehr?

Ja, bei Fieber, Durchfall oder großer Hitze kann früher und mehr Flüssigkeit nötig sein. Wenn dein Baby dabei auffällig wenig nass macht oder teilnahmslos wirkt, gehört das ärztlich abgeklärt.

Was du daraus mitnehmen kannst

Stell den Becher mit Wasser einfach zu jeder Mahlzeit dazu, sobald dein Baby feste Nahrung isst. Nicht die Menge zählt, sondern die Gewohnheit. Alles andere ergibt sich, wenn Essen und Trinken zusammen geübt werden.

Quellen

  1. Gespräch mit Prof. Ulrich Schiffner.
  2. Netzwerk Gesund ins Leben, Handlungsempfehlungen 2024.
  3. BZgA, kindergesundheit-info.

Stand: September 2026. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.

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Redaktion Baby-led-weaning.de
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