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Strohhalmbecher fürs Baby: Ab wann und welcher passt

Ab wann der Strohhalm sinnvoll ist, warum das Ventil entscheidet und wie sich sechs verbreitete Becher unterscheiden.

Strohhalmbecher fürs Baby: Ab wann und welcher passt

Trinken lernen: Der Strohhalm ist eine gute zweite Übung neben dem offenen Becher.

Der Strohhalmbecher in vier Punkten

  • Ab 6 Monaten: Strohhalm und offenen Becher parallel anbieten.
  • Ohne Ventil: Ein offener Halm trainiert das Trinken, ein Ventil das Saugen.
  • Im Sitzen: Ein Sturz mit dem Halm im Mund kann den Gaumen verletzen.
  • Nur Wasser: Saft im Strohhalmbecher umspült die Zähne über Stunden.

Ein Strohhalmbecher kann ab etwa sechs Monaten neben dem offenen Becher stehen, am besten ohne Ventil. Er ersetzt den offenen Becher nicht, ist aber für viele Familien die praktischere Lösung für unterwegs und eine sinnvolle zweite Trinkübung. Weil Google zum Strohhalmbecher fast nur Produktseiten zeigt, haben wir zusammengetragen, was Kinderzahnmedizin, öffentliche Gesundheitsprogramme und Fütterungstherapie dazu sagen, und sechs verbreitete Becher nach Herstellerangaben verglichen.

Ab wann kann mein Baby aus einem Strohhalmbecher trinken?

Ab etwa sechs Monaten, also mit dem Start der Beikost. Die Beikost-Plattform Solid Starts, deren Inhalte von einer pädiatrischen Fütterungsspezialistin geprüft werden, empfiehlt, offenen Becher und Strohhalmbecher ungefähr ab diesem Alter parallel anzubieten und sich dabei abzuwechseln. Wer später anfängt, hat nichts verpasst und beginnt einfach dann. Das Gesundheitsministerium des US-Bundesstaats Minnesota nennt in seinem Material für Familien dieselben Anzeichen wie bei der Beikostreife: Dein Baby sollte selbstständig sitzen und Dinge mit beiden Händen zum Mund führen können.

Ist ein Strohhalm besser als die Schnabeltasse?

Ja, solange der Becher kein Ventil hat. Der Unterschied liegt in der Zunge. In Ruhe sollte ihr vorderes Drittel hinter den oberen Schneidezähnen am Gaumen liegen. Schnabeltassen und Trinklernbecher drücken die Zunge dagegen nach unten, so beschreiben es die Zahnärztlichen Mitteilungen, und das unreife Saugmuster aus der Stillzeit bleibt dadurch länger bestehen als nötig.

Das Material aus Minnesota stuft unter den Bechern mit Deckel den Strohhalmbecher ohne auslaufsicheres Ventil als die Variante ein, die Zungenbewegung und Sprachentwicklung am wenigsten stört. Von Bechern mit Ventil, auch von den sogenannten 360-Grad-Bechern, rät es ab, weil sie zum Saugen statt zum Schlürfen verleiten und das Kind nicht lernt, die Menge selbst zu dosieren. Der Leipziger Kinderzahnarzt Christian Hirsch hat es knapp zusammengefasst: „Übergangstrinkgefäße helfen den Eltern mehr als den Kindern, weil dann nicht so viel gekleckert wird.“

Ein Ventil macht aus dem Trinken wieder ein Saugen.

Welche Strohhalmbecher gibt es, und worin unterscheiden sie sich?

Fast alle verbreiteten Strohhalmbecher haben ein Ventil, das das Auslaufen verhindert. Für Eltern ist das bequem, aus Sicht der Mundentwicklung ist es aber genau der Punkt, den Fachstellen kritisch sehen. Wir haben sechs Becher nach den Angaben der Hersteller verglichen. Gekauft und getestet haben wir sie nicht, wir bekommen kein Geld von den Herstellern und verlinken keine Shops. Alle sechs Becher mit Übersichtstabelle und Einordnung findest du auch unter Strohhalmbecher im Vergleich.

ezpz Mini Cup + Straw

Der einzige Becher in unserem Vergleich ohne Ventil. Der Halm ist laut Hersteller komplett offen, dein Kind muss die Menge also selbst steuern. Becher und Halm sind aus Silikon, der Becher fasst rund 120 Milliliter und ist damit bewusst klein. Entwickelt wurde das System zusammen mit der US-Logopädin Dawn Winkelmann. Die Altersangabe schwankt je nach Produktseite zwischen 9 und 12 Monaten.

Philips Avent Strohhalmbecher

Ab 9 Monaten mit 200 Millilitern, eine größere Variante mit 300 Millilitern gibt es ab 12 Monaten. Das Ventil sitzt im Halm, ein Klappdeckel schützt ihn unterwegs. Der untere Teil des Halms ist beweglich, damit auch der letzte Schluck erreichbar ist. Der Becher hat zwei Griffe, alle Teile sind laut Hersteller spülmaschinenfest.

b.box Sippy Cup

Trotz des Namens ein Strohhalmbecher, ab 6 Monaten und mit 240 Millilitern. Im Halm steckt eine Stahlkugel als Gewicht, dadurch erreicht er die Flüssigkeit auch dann, wenn dein Baby den Becher stark kippt. Gegen das Auslaufen arbeitet ein Zwei-Wege-Ventil im Halm. Der Becher hat Griffe, besteht aus Polypropylen und Silikon und darf in die Spülmaschine.

Munchkin Weighted Flexi-Straw Cup

Ab 6 Monaten mit 207 Millilitern und ebenfalls mit Gewicht im Halm, sodass dein Kind in jedem Winkel trinken kann. Der Hersteller beschreibt den Becher als auslaufsicher, nennt aber keine Details zum Ventil.

Mepal Mio Strohhalmbecher

Ab 9 Monaten und mit 300 Millilitern der größte Becher im Vergleich. Er ist als auslaufsicher beschrieben, der Halm lässt sich austauschen und im Deckel verstauen. Er besteht aus Polypropylen, Silikon und Tritan und ist spülmaschinengeeignet. Griffe nennt der Hersteller nicht, der Becher richtet sich eher an Kleinkinder.

Dentistar Strohhalmbecher

Laut Packung nicht für Kinder unter 6 Monaten geeignet. Der Silikonhalm bewegt sich mit, ein Ventil hält den geschlossenen Becher dicht. Der Hersteller weist selbst darauf hin, dass ein beschädigtes Ventil zum Auslaufen führt, du solltest es also regelmäßig ansehen. In die Spülmaschine darf er in den oberen Korb bis 65 Grad.

Unsere Einordnung

Becher mit Gewicht im Halm sind praktisch für Babys, die den Becher noch nicht gezielt halten, weil sie in jeder Lage Flüssigkeit liefern. Sie arbeiten aber alle mit Ventil. Ist dir die Mundentwicklung wichtiger als ein trockener Tisch, ist ein Becher ohne Ventil die bessere Wahl. Für unterwegs bleibt ein Ventilbecher ein vertretbarer Kompromiss, solange er nicht den ganzen Tag in Reichweite steht und zum Dauernuckeln wird.

Wie lernt mein Baby, aus dem Strohhalm zu trinken?

Am leichtesten mit der sogenannten Pipettenmethode, die Solid Starts als ersten Schritt empfiehlt. Du tauchst einen normalen Trinkhalm in Wasser, hältst oben den Finger drauf und führst das untere Ende an die Lippen deines Babys. Sobald es den Halm mit den Lippen umschließt, nimmst du den Finger weg, und ein kleiner Schluck läuft in den Mund. Nach einigen Wiederholungen fangen viele Babys an, selbst zu ziehen.

Alternativ gibt es Lernbecher aus weichem Material, die du leicht zusammendrückst, bis die Flüssigkeit im Halm nach oben steigt. Später zieht dein Baby dann ohne deine Hilfe. Beißt es nur auf dem Halm herum, hilft ein fester Halm, der nicht zusammenfällt. Tut es sich mit dem Ziehen schwer, ist ein dünnerer Halm oft leichter.

Worauf solltest du beim Strohhalmbecher achten?

Auf eine Regel, die in Produktbeschreibungen fehlt: Dein Kind sollte beim Trinken aus dem Strohhalm sitzen. Solid Starts weist darauf hin, dass ein Sturz mit dem Halm im Mund den Gaumen verletzen kann. Das betrifft vor allem Kleinkinder, die mit dem Becher in der Hand loslaufen.

In den Becher gehört Wasser. Ein Strohhalmbecher lädt genauso zum Nuckeln über den ganzen Tag ein wie eine Flasche, und mit Saft oder gesüßtem Tee werden die Zähne dabei immer wieder umspült. Warum das vor allem die oberen Schneidezähne trifft, steht in unserem Beitrag Nuckelflaschenkaries vorbeugen.

Was das für euren Alltag heißt

Der Strohhalmbecher ist eine gute Ergänzung, aber nicht der Hauptweg. Zu Hause und bei den Mahlzeiten bleibt der offene Becher die erste Wahl, unterwegs und im Auto darf der Strohhalm helfen. Nimm einen Becher ohne Ventil, auch wenn er einmal tropft, und lass dein Kind beim Trinken sitzen. Wie viel dein Baby in den ersten Monaten überhaupt trinken muss, steht in Wasser für Babys.

Quellen

  1. Dr. Andrea Thumeyer, Trinken aus dem offenen Becher, Zahnärztliche Mitteilungen 19/2011.
  2. Minnesota Department of Health, WIC-Programm, Introduction to the Cup.
  3. Solid Starts, Cup Drinking.
  4. Christian Hirsch, Poliklinik für Kinderzahnheilkunde Leipzig, zitiert in heidelberg24.
  5. Produktangaben der Hersteller Philips Avent, b.box, Munchkin, Mepal, Dentistar und ezpz, abgerufen im November 2026.

Stand: November 2026. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.

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