„Clara, darf ich meinem Baby beim BLW noch Brei geben?“ Diese Frage bekomme ich auf Instagram fast jede Woche gestellt. Die kurze Antwort: Ja, unbedingt.
Der Mythos hält sich hartnäckig, dass Baby-led Weaning zwingend breifrei bedeutet. Hier will ich nur auf den einen Punkt eingehen, der Eltern am meisten verunsichert: die Frage nach dem Löffel.
Warum der Name in die Irre führt
„Baby-led“ bezieht sich auf die Entscheidung, nicht auf die Konsistenz. Dein Baby bestimmt, was, wie viel und wie schnell es isst. Ob dabei ein Löffel im Spiel ist, spielt für dieses Prinzip keine Rolle.
Genau deshalb spreche ich lieber von selbstbestimmtem Essen als von einer festen Regel gegen Brei.
Ich gebe meinen eigenen Kindern Brei, mitten im BLW-Alltag
Ich sage das offen, weil es mir in Beratungsgesprächen immer wieder hilft: Bei meinen beiden Jungs stand neben dem Fingerfood regelmäßig auch ein Löffel Brei auf dem Tisch. An manchen Tagen wollten sie lieber Stücke greifen, an anderen lieber gefüttert werden, und manchmal beides nacheinander.
Entscheidend war für mich nie der Löffel selbst, sondern dass meine Jungs mitentscheiden durften, ob und wie viel sie davon essen wollten.
Entscheidend ist nicht der Löffel, sondern wer entscheidet.
Wie ich das bei uns konkret umsetze, zeige ich dir hier.
Wie das im Alltag aussehen kann
Biete Brei genauso an wie Fingerfood: in Sichtweite, in Reichweite, ohne Druck. Dein Baby darf selbst greifen, ablehnen oder sich füttern lassen, wenn es das möchte.
Bei uns hat sich ein einfaches Muster bewährt: Ich stelle beides auf den Tisch, Brei und Fingerfood, und lasse meine Jungs wählen. Mal greifen sie zum Löffel, mal lieber mit den Händen, manchmal beides nacheinander.
Was wirklich zählt
Nicht die Konsistenz auf dem Teller entscheidet, ob es BLW ist, sondern wer die Kontrolle über das Essen behält. Ob Löffel, Finger oder beides gemeinsam auf dem Tisch stehen, dein Baby darf mitreden.



