Beim Baby-led Weaning isst dein Baby von Anfang an aus eigenem Geschirr, meist aus Kunststoff, Silikon oder Bambus. Gerade Bambusgeschirr wird dabei häufig gezielt als besonders nachhaltige und unbedenkliche Wahl für Babys beworben.
Genau an diesem Punkt gibt es jedoch eine Diskrepanz zwischen Marketing und offizieller Einschätzung: Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bewertet Bambusgeschirr in seiner Stellungnahme und seinen FAQ deutlich zurückhaltender. Diese Einschätzung erreicht Eltern beim Kauf bislang kaum. Wir haben das BfR deshalb direkt gefragt, wie Bambus-, Melamin- und Silikongeschirr für Säuglinge und Kleinkinder zu bewerten sind.
Die folgenden drei Antworten stammen im Wortlaut aus der schriftlichen Auskunft des BfR an die Redaktion von baby-led-weaning.de. Wir geben sie hier unverändert wieder und verlinken jeweils die zugrunde liegenden offiziellen Quellen.
Wie sind Schüsseln und Becher aus sogenanntem Bambusgeschirr für Säuglinge und Kleinkinder zu bewerten?
Diese Einschätzung erreicht Eltern beim Kauf bislang kaum.
Antwort des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR)
Schüsseln und Becher aus Bambusware, einer Mischung aus Bambusfasern, die in ein Melamin-Formaldehyd-Harz-Grundgerüst eingebracht sind, sollten nicht für heiße Speisen und Getränke verwendet werden. Gleiches gilt für Geschirr aus reinem Melamin-Formaldehyd-Harz (MFH): Aus beidem können sich gesundheitlich bedenkliche Mengen an Formaldehyd und Melamin lösen, wenn es stark erhitzt oder mit heißen, sauren Flüssigkeiten wie Kaffee, Tee oder Säuglingsfolgenahrung gefüllt wird (siehe die Pressemitteilung des BfR). Auch für die Mikrowelle sind beide Materialien nicht geeignet: Der Kunststoff wird unter starker Erhitzung angegriffen und zersetzt sich, erkennbar auch daran, dass er seinen Glanz verliert. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten deshalb auf sichtbare Gebrauchsspuren achten und das Geschirr bei Beschädigungen austauschen.
Für die Verwendung bei niedrigen Temperaturen, etwa für kalte oder lauwarme Lebensmittel, sind dagegen keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erwarten. Rechtlich ist Bambus als Füllstoff in Lebensmittelbedarfsgegenständen aus Kunststoff ohnehin nicht zugelassen, da er nicht in der Kunststoffverordnung (EU) Nr. 10/2011 gelistet ist. MFH-Produkte mit Bambus- oder anderen pflanzlichen Zusätzen sind daher inzwischen weitgehend vom Markt verschwunden. Zu Geschirr aus reinem Bambusholz liegen dem BfR bislang keine Daten zum Übergang von Stoffen aus dem Holz ins Lebensmittel vor.
Welche Materialien stattdessen unbedenklich sind, hat uns das BfR ebenfalls beantwortet.
Welche Materialien sind für Babygeschirr aus Sicht des BfR unbedenklich, und worauf sollten Eltern beim Kauf achten?
Antwort des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR)
Grundsätzlich müssen Materialien für Geschirr, ganz gleich für welche Altersgruppe dieses gedacht ist, für den Lebensmittelkontakt geeignet sein. Geeignet sein heißt, es dürfen Stoffe aus dem Material bei bestimmungsgemäßem Gebrauch und auch bei vorhersehbarem Fehlgebrauch nur in Mengen in das Lebensmittel übergehen, die die Gesundheit auch bei täglichem Gebrauch nicht gefährden. Die Verwendungsangaben der Hersteller sollten dabei unbedingt beachtet werden (siehe die Einordnung des BfR zur gesundheitlichen Bewertung von Materialien in Kontakt mit Lebensmitteln sowie die FAQ zu Geschirr und Küchenutensilien aus Melamin-Formaldehyd-Harz).
Speziell zu Silikon, einem der häufigsten Materialien bei Babygeschirr, hat uns das BfR das Folgende gesagt.
Was gilt für Silikon, etwa bei Schüsseln, Lätzchen und Saugnapftellern?
Antwort des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR)
Auch Geschirr und Bedarfsgegenstände aus Silikonelastomeren müssen den Vorschriften für Lebensmittelkontaktmaterialien entsprechen (siehe die FAQ zu den Empfehlungen des BfR für Materialien für den Lebensmittelkontakt).
Das BfR und seine Vorläuferorganisationen geben seit 1958 die so genannten BfR-Empfehlungen zu Materialien für den Lebensmittelkontakt heraus. Diese sind zwar keine verbindlichen Rechtsnormen, stellen aber den derzeitigen Stand von Wissenschaft und Technik dar, wie Lebensmittelbedarfsgegenstände aus verschiedenen Materialien so hergestellt werden können, dass sie für Verbraucherinnen und Verbraucher sicher sind (siehe die Datenbank der BfR-Empfehlungen zu Materialien für den Lebensmittelkontakt). Die genauen Anforderungen für Silikon und Silikonelastomere sind in der BfR-Empfehlung XV festgehalten.
Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Pressestelle. Schriftliche Auskunft an die Redaktion von baby-led-weaning.de vom 25. August 2026, im Wortlaut wiedergegeben.
- Pressemitteilung des BfR.
- Einordnung des BfR zur gesundheitlichen Bewertung von ….
- FAQ zu Geschirr und Küchenutensilien aus ….
- FAQ zu den Empfehlungen des BfR für Materialien für den ….
- Datenbank der BfR-Empfehlungen zu Materialien für den ….
Stand: August 2026. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.





