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Baby-Geschirr in der Spülmaschine

Baby-Geschirr in der Spülmaschine: Welche Materialien hohe Temperaturen vertragen, worauf das BfR hinweist und woran du sicheres Geschirr erkennst.

Baby-Geschirr in der Spülmaschine

Nicht jedes Babygeschirr verträgt die Spülmaschine unbeschadet.

Babyschüsseln, Löffel und Trinklerntassen landen im BLW-Alltag mehrmals täglich in der Spülmaschine, oft über Jahre hinweg. Was viele Eltern dabei nicht wissen: Nicht jedes Material hält diese Dauerbelastung unbegrenzt aus. Wir haben beim Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart nachgefragt. Es ging um Silikon- und Melamingeschirr in der Spülmaschine.

Kennzeichnungspflicht: Hersteller müssen ungeeignetes Geschirr markieren

Die gute Nachricht zuerst: Ob ein Produkt überhaupt für die Spülmaschine gedacht ist, muss nicht erraten werden. Das CVUA Stuttgart hat uns dazu auf Anfrage schriftlich mitgeteilt:

Antwort des CVUA Stuttgart

Hersteller sind rechtlich verpflichtet, Kennzeichnungselemente für die sichere und sachgemäße Verwendung auf ihren Produkten anzubringen. Ist ein Produkt nicht für die Spülmaschine oder auch Mikrowelle geeignet, muss es entsprechend gekennzeichnet werden (z. B. durch ein Symbol).

Der erste Blick gehört deshalb dem Geschirr selbst, meist auf der Unterseite. Fehlt ein Spülmaschinen-Symbol oder ist es durchgestrichen, wäschst du das Stück von Hand.

Melamingeschirr nutzt sich mit der Zeit ab, auch wenn es nichts anbrennt

In der Mikrowelle ist Melamin-Formaldehyd-Harz grundsätzlich tabu, mehr dazu in unserem Beitrag zu Babygeschirr in der Mikrowelle. Für die Spülmaschine ist Melamintafelware zunächst weniger kritisch. Problematisch wird es erst über die Zeit, vor allem zusammen mit sauren Lebensmitteln. Beim BLW landen davon ständig welche auf dem Teller: Tomate, Zitrus, Joghurt.

Antwort des CVUA Stuttgart

Normales und vor allem qualitativ minderwertiges Melamingeschirr kann sich im Laufe der Zeit bei starker Hitze und sauren Lebensmitteln abbauen. Deshalb wurden Küchenhelfer aus Melamin, die langzeitig heißen Lebensmitteln ausgesetzt sind (wie z. B. Kochlöffel), schon lange als ungeeignet vom Markt gebannt. Bei Melamintafelware, wie Teller und Becher, schreitet dieser Prozess durch die in der Regel milderen Bedingungen nur langsam fort und kann optisch und durch Fühlen der matter und rauer werdenden Oberfläche erkannt werden. Spätestens dann sollte die Melaminware ausgetauscht werden, da die geschädigte Oberfläche den Prozess weiter beschleunigt.

Wird die Oberfläche matt oder fühlt sich rau an, sollte das Melamingeschirr ausgetauscht werden.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät laut CVUA Stuttgart inzwischen sogar grundsätzlich davon ab, saure Lebensmittel in Melaminkunststoffen zu erhitzen. Auf unsere Anfrage hat das BfR den Punkt mit den Gebrauchsspuren bestätigt:

Antwort des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR)

Der Kunststoff wird unter starker Erhitzung angegriffen und zersetzt sich, erkennbar auch daran, dass er seinen Glanz verliert. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten deshalb auf sichtbare Gebrauchsspuren achten und das Geschirr bei Beschädigungen austauschen.

Eine kurze, regelmäßige Sichtprüfung der Oberfläche lohnt sich also, gerade bei Geschirr, das täglich mehrfach in der Spülmaschine läuft. Wie das BfR die einzelnen Materialien insgesamt einordnet, liest du in unserem Beitrag Welches Babygeschirr ist sicher?

Bambus-Melamingeschirr: nicht mehr zulässig

Bei Melamingeschirr mit Bambus- oder anderen Naturfaseranteilen kommt ein zusätzlicher Effekt hinzu. Das CVUA Stuttgart bestätigt hier die Einschätzung, die uns auch das BfR bereits mitgeteilt hat (ausführlich in unserem Beitrag zu Bambusgeschirr):

Antwort des CVUA Stuttgart

Bei Melamingeschirr mit Bambus- oder anderen Naturfaseranteilen quellen die Fasern, wodurch ein erhöhter Abbau des Melaminanteils verursacht wird. Aus diesem Grund sind derartige Produkte inzwischen nicht mehr zulässig.

Wer noch älteres Bambus-Melamingeschirr im Schrank hat, sortiert es besser früher als später aus. Dafür sprechen die fragliche Materialzulassung und der beschleunigte Verschleiß.

Silikon: keine spezifischen Erkenntnisse, Herstellerangabe entscheidet

Zu Silikongeschirr in Spülmaschine und Mikrowelle liegen dem CVUA Stuttgart keine eigenen Untersuchungsergebnisse vor:

Antwort des CVUA Stuttgart

Wir führen keine Untersuchungen zu Veränderungen an Silikonmaterialien oder auch Melamingeschirr in der Spülmaschine durch. Zur Verwendung von Silikon in der Mikrowelle haben wir ebenfalls keine Erkenntnisse.

Das bedeutet nicht, dass Silikon unsicher ist. Es heißt, dass die Kennzeichnung hier umso mehr zählt. Ein fehlendes Spülmaschinen- oder Mikrowellen-Symbol ist bei Silikon genauso ernst zu nehmen wie bei Kunststoff oder Melamin.

Heißes einfüllen ist nicht dasselbe wie Mikrowelle nutzen

Ein Punkt aus der Auskunft des CVUA Stuttgart lohnt das Festhalten. Er geht im Alltag leicht durcheinander:

Antwort des CVUA Stuttgart

Das Befüllen von Gefäßen mit heißen Speisen unterscheidet sich wesentlich von der Nutzung in der Mikrowelle. Die Eignung von Lebensmittelkontaktmaterialien aus Silikon oder reinem Melamingeschirr für den Kontakt mit heißen Lebensmitteln wird von den Herstellern überprüft.

Geschirr, das laut Hersteller für heiße Speisen geeignet ist, ist also nicht automatisch auch mikrowellenfest, und umgekehrt. Beide Eigenschaften werden getrennt geprüft und sollten deshalb auch getrennt auf der Verpackung oder dem Geschirr selbst gekennzeichnet sein.

Was wir mitnehmen

Für die Spülmaschine gilt beim Babygeschirr im Kern eine einfache Regel: auf die Herstellerkennzeichnung achten, statt sich auf die Materialbezeichnung allein zu verlassen. Bei Melamin- und Bambusgeschirr kommt hinzu, die Oberfläche im Blick zu behalten. Wird sie matt oder fühlt sich rau an, ist das kein kosmetisches Problem. Dann gehört das Geschirr ausgetauscht, besonders wenn regelmäßig saure Lebensmittel darauf landen. Bambus-Melamingeschirr ist inzwischen ohnehin nicht mehr zulässig. Für Silikon gibt es keine eigenen Untersuchungen der Behörden zur Spülmaschine, hier zählt die Herstellerangabe.

Quelle: Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart (CVUA-S), Sarah Stürenburg, staatlich geprüfte Lebensmittelchemikerin, Bedarfsgegenstände. Schriftliche Auskunft an die Redaktion von baby-led-weaning.de vom 25. August 2026, im Wortlaut wiedergegeben. Ergänzend: Stellungnahme Nr. 12/2011 des BfR, Freisetzung von Melamin und Formaldehyd aus Geschirr und Küchenutensilien, sowie die FAQ des BfR zu Geschirr und Küchenutensilien aus Melamin-Formaldehyd-Harz.

Quellen

  1. Freisetzung von Melamin und Formaldehyd aus Geschirr und ….
  2. FAQ des BfR zu Geschirr und Küchenutensilien aus ….

Stand: August 2026. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.

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Redaktion Baby-led-weaning.de
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