Thunfisch ist bei Fisch-Empfehlungen für Babys die Ausnahme, nicht die Regel. Der Grund liegt nicht am Fisch selbst, sondern daran, wo er in der Nahrungskette steht.
Warum wird von Thunfisch eher abgeraten?
Thunfisch ist ein Raubfisch am Ende der marinen Nahrungskette und reichert dadurch mehr Methylquecksilber an als die meisten anderen Speisefische. Quecksilber kann sich negativ auf die Entwicklung des Nervensystems auswirken, Säuglinge und Kleinkinder reagieren darauf empfindlicher als Erwachsene.
Ist eine kleine Menge trotzdem in Ordnung?
Ein einzelner Kontakt ist keine akute Gefahr. Als regelmäßiger Bestandteil des Speiseplans eignet sich Thunfisch im ersten und zweiten Lebensjahr aber nicht. Es geht nicht um ein einmaliges Verbot, sondern darum, ihn nicht zur wöchentlichen Fischportion zu machen.
Thunfisch reichert mehr Methylquecksilber an als die meisten anderen Speisefische, deshalb eignet er sich nicht als woechentliche Fischportion.
Was sind die besseren Alternativen?
Fettreiche, gering belastete Sorten wie Lachs, Forelle, Hering oder Makrele liefern dieselben wertvollen Omega-3-Fettsäuren, ohne die Quecksilberbelastung von Thunfisch. Auch Kabeljau oder Scholle eignen sich gut. Eine bis zwei Fischmahlzeiten pro Woche werden für die Beikost empfohlen, am besten mit wechselnden Sorten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt Seefisch als eines der wenigen Lebensmittel, das von Natur aus Jod liefert, dazu wertvolle Omega-3-Fettsäuren. Genau deshalb lautet der Rat, die Sorte zu wechseln, statt auf Fisch grundsätzlich zu verzichten.
Was ist mit Thunfisch aus der Dose?
Dosenthunfisch verstärkt das Thema zusätzlich: Er ist oft stark gesalzen und in Öl eingelegt, beides passt nicht zu einer beikostgerechten Ernährung im ersten Lebensjahr. Der Quecksilbergehalt ändert sich durchs Einlegen oder Erhitzen ohnehin nicht.
Ist Thunfisch ein Allergen?
Fisch gehört zu den 14 kennzeichnungspflichtigen Allergenen. Das gilt für alle Fischarten, nicht speziell für Thunfisch, und ist unabhängig von der Quecksilberfrage zu beachten.
Welche Form eignet sich, falls doch einmal Thunfisch auf den Teller kommt?
Durchgegart, ohne Gräten, in kleinen Flocken oder Stücken, nie roh. Das gilt für Thunfisch genauso wie für jeden anderen Fisch.
LebensmittelLachs für Babys- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), FAQ „Methylquecksilber in Fisch und Meeresfrüchten“ sowie BfR-Stellungnahme zum Thunfischverzehr, dort werden Ungeborene und Säuglinge ausdrücklich als besonders empfindliche Gruppe genannt, die Verzehrempfehlungen richten sich aber in erster Linie an Schwangere und Stillende.
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), „Fisch jede Woche“, zum Ernährungswert von Seefisch.
Stand: September 2026. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.





