Quark ist deutlich eiweißreicher als Naturjoghurt. Genau daran hängt die Frage, ob und wie viel davon im ersten Lebensjahr sinnvoll ist.
Ab wann darf mein Baby Quark essen?
Als Zutat in kleiner Menge ist Quark ab der Beikostreife unproblematisch. Als eigene Portion, also ein Schälchen Quark als Mahlzeit, eignet er sich im ersten Lebensjahr nicht.
Warum ist der Eiweißgehalt entscheidend?
Quark enthält bis zu 14 Prozent Eiweiß, Naturjoghurt nur etwa 5 Prozent. Überschüssiges Eiweiß wird in Harnstoff umgewandelt und muss über die Nieren ausgeschieden werden. Die Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin hält eiweißreiche Extraprodukte für Säuglinge deshalb für überflüssig.
Dazu kommt ein zweiter Punkt: Eine dauerhaft hohe Eiweißzufuhr im ersten Lebensjahr wird mit einem erhöhten Risiko für späteres Übergewicht in Verbindung gebracht.
Quark enthält bis zu 14 Prozent Eiweiß, Naturjoghurt nur etwa 5 Prozent.
Wie streng muss man das nehmen?
Hier lohnt Augenmaß. Ein Teelöffel Quark in einem Dip oder in Pfannkuchenteig ist kein Problem, auch nicht im ersten Lebensjahr. Bei nierengesunden Babys gleicht der Körper eine gelegentliche Überschreitung gut aus.
Problematisch wird es erst, wenn Quark regelmäßig als eigene Mahlzeit dazukommt, zusätzlich zu Milch, Käse und Joghurt. Es geht um die Summe über den Tag, nicht um den einzelnen Löffel.
Was ist mit Quarktöpfchen aus dem Babyregal?
Fertige Quark- und Joghurtprodukte für Babys sind genau die Extraportion, die niemand braucht. Sie liefern zusätzliches Eiweiß und häufig Zucker. Wer Quark verwenden möchte, nimmt besser Naturquark ohne Zusätze und dosiert selbst.
Ab wann darf Quark eine größere Rolle spielen?
Ab dem ersten Geburtstag kann Quark normaler Teil der Familienkost sein, weiterhin in Maßen. Als grobe Orientierung gelten für Kleinkinder 300 bis 400 Milliliter Milch und Milchprodukte pro Tag insgesamt, Joghurt und Käse zählen mit.
Welche Form eignet sich für BLW?
Wie Joghurt lässt sich Quark nicht greifen. Er eignet sich als Dip für Gemüsesticks, auf einem vorbeladenen Löffel oder untergemischt. Nimm Vollfettstufe statt Magerquark, sie liefert mehr Energie bei gleichem Eiweißgehalt.
Quark enthält Milcheiweiß, eines der häufigen Allergene im ersten Lebensjahr. Prof. Dr. med. Matthias Kopp, Mitautor der S3-Leitlinie Allergieprävention, sagt dazu:
Auskunft von Prof. Dr. med. Matthias Kopp
Allergieauslösende Lebensmittel sollen nicht vorsorglich gemieden oder unnötig spät eingeführt werden.
Quelle: Gibt es ein Zeitfenster für Allergene?
- Zitat aus dem Interview mit Prof. Dr. med. Matthias Kopp, Mitautor der S3-Leitlinie Allergieprävention, Gibt es ein Zeitfenster für Allergene?.
- Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) zu eiweißreichen Beikostprodukten, wiedergegeben über die UGB-Gesundheitsberatung.
Stand: September 2026. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.





