Bei Nüssen treffen zwei Themen aufeinander: Sie zählen zu den häufigsten Allergenen, und in ganzer Form sind sie eines der größten Erstickungsrisiken überhaupt.
Warum sind ganze Nüsse tabu?
Sie sind hart, klein und lassen sich mit Kiefer und Zunge nicht zerdrücken. Abgebrochene Stücke können in die Luftröhre gelangen. Diese Empfehlung gilt üblicherweise bis etwa zum fünften Geburtstag.
Wie kann ich Nüsse trotzdem anbieten?
Als glattes Nussmus ohne Zucker und Salz, dünn auf Brot gestrichen oder in Porridge gerührt, auch fein gemahlene Nüsse in Gebäck sind geeignet. Dickes Mus solltest du verdünnen, etwa mit etwas Wasser oder Joghurt, weil es sonst am Gaumen kleben kann.
Sollte ich mit Nüssen warten?
Nein: Aktuelle Leitlinien empfehlen, potenziell allergene Lebensmittel im ersten Lebensjahr regelmäßig anzubieten statt sie zu meiden, ein später Erstkontakt gilt heute eher als Risiko. Wenn es in eurer Familie bekannte Nussallergien gibt, sprich das Vorgehen vorher mit eurer Kinderarztpraxis ab.
Worauf achte ich beim ersten Mal?
Biete eine kleine Menge zu einer Tageszeit an, zu der du dein Baby danach beobachten kannst. Achte auf Hautausschlag, Schwellungen, Erbrechen oder Atemprobleme. Bei Atemnot oder Schwellungen im Gesicht ruf sofort den Notruf.
Beim Thema Nüsse hilft der Blick in die Leitlinie. Prof. Dr. med. Matthias Kopp, einer ihrer Mitautoren, erklärte uns den Grundsatz:
Auskunft von Prof. Dr. med. Matthias Kopp
Allergieauslösende Lebensmittel sollen nicht vorsorglich gemieden oder unnötig spät eingeführt werden.
Quelle: Interview mit Prof. Dr. Matthias Kopp
Eisen
Nüsse enthalten Eisen in nennenswerter Menge. Sie gehören im ersten Lebensjahr ausschließlich fein vermahlen auf den Teller, ganze Nüsse sind gefährlich. Wie die Sterne-Bewertung zustande kommt und welche Lebensmittel wirklich liefern, steht in Eisen bei BLW.
- S3-Leitlinie Allergieprävention (AWMF-Registernummer 061-016), Stand 11. November 2022. Dort steht, es gebe keine Belege dafür, dass das vorsorgliche Meiden potenter Nahrungsmittelallergene im ersten Lebensjahr vor Allergien schützt, und dass es deshalb nicht erfolgen soll. Was daraus für die Beikost folgt, steht in unserem Beitrag Allergene in der Beikost.
- Gespräch mit Svenja Schweizer.
- Gespräch mit Prof. Eckard Hamelmann.
- Zitat aus dem Interview mit Prof. Dr. med. Matthias Kopp, Mitautor der S3-Leitlinie Allergieprävention.
Stand: September 2026. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.





