Leinsamen liefern pflanzliches Omega-3 und Ballaststoffe. Seit Juni 2026 gibt es dazu allerdings eine neue Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung, die genau die übliche Zubereitungsempfehlung betrifft.
Was das BfR im Juni 2026 veröffentlicht hat
Leinsamen enthalten von Natur aus cyanogene Glykoside. Werden sie gekaut, geschrotet oder gemahlen, kann daraus Blausäure freigesetzt werden. Bei ganzen, unzerkleinerten Samen passiert das nicht.
Das BfR schreibt dazu: Kleinkinder sollten besser keine rohen, geschroteten Leinsamen essen. Grund ist ihr geringeres Körpergewicht und die noch nicht vollständig entwickelten Entgiftungsmechanismen. Für Kinder ab vier Jahren nennt das BfR maximal vier Gramm pro Tag, etwa einen gestrichenen Teelöffel.
Kleinkinder sollten besser keine rohen, geschroteten Leinsamen essen. Erhitzt sind sie dagegen unbedenklich.
Viele Ratgeber geben dazu noch den Stand vor Juni 2026 wieder und führen geschrotete Leinsamen als unbedenklich. Warum diese Angaben überholt sind, ordnet der Beitrag Blausäure in Lebensmitteln ein. Dort steht auch, welche Kerne sonst betroffen sind.
Was das für die Beikost heißt
Entscheidend ist die Hitze. Beim Backen oder Kochen verdünstet die Blausäure, und die Enzyme, die sie freisetzen, werden inaktiviert. Geröstete, gebackene oder gekochte Leinsamen sind deshalb unbedenklich, ebenso Leinöl.
Nicht geeignet für Babys und Kleinkinder sind dagegen rohe, geschrotete Leinsamen, also der Löffel Leinschrot ins Joghurt oder ins fertige Porridge.
Wie biete ich Leinsamen sicher an?
Mitgebacken im Brot- oder Brötchenteig ist die einfachste Form. Auch mitgekocht im Porridge sind sie in Ordnung, wenn sie die Hitze wirklich mitbekommen haben.
Ganze Leinsamen sind zwar unproblematisch, werden aber unverdaut wieder ausgeschieden. Die Nährstoffe kommen dann gar nicht an.
Was ist mit Cadmium?
Leinsamen können zusätzlich relevante Mengen des Schwermetalls Cadmium enthalten, das sich in den Nieren anreichert. Auch deshalb empfiehlt das BfR, die Menge zu begrenzen. Für Erwachsene nennt es höchstens 20 Gramm pro Tag.
Was ist mit Leinöl?
Leinöl ist von der Blausäure-Frage nicht betroffen und eine gute Omega-3-Quelle. Es darf nicht erhitzt werden und gehört kühl und dunkel gelagert. Wie Leinöl im Vergleich zu anderen Ölen abschneidet, steht im Beitrag zu Olivenöl für Babys.
Eisen
Leinsamen enthalten viel Eisen, das aber nur aus zerkleinerten Samen verfügbar ist. Da rohe geschrotete Samen für Kleinkinder nicht empfohlen sind, bleibt die mitgebackene Variante der sinnvolle Weg. Wie die Sterne-Bewertung zustande kommt, steht in Eisen in der Beikost.
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Blausäure und Cadmium in Leinsamen. Besser keine rohen, geschroteten Leinsamen für Kleinkinder. Mitteilung Nr. 034/2026 vom 16. Juni 2026.
- Verbraucherzentrale zu Blausäure in Leinsamen, Mandeln und anderen Lebensmitteln.
- Gespräch mit Brigitte Neumann.
Stand: September 2026. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.





