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Leber für Babys

Viel gut verwertbares Eisen, aber wegen Vitamin A, Cadmium und Kupfer empfehlen wir Leber erst ab etwa einem Jahr und nur gelegentlich.

Leber für Babys

Rohe Leber: vollständig durchgegart eignet sie sich püriert oder eingerührt.

Ab wann?
Ab etwa 12 Monaten
BLW geeignet?
Ja, püriert oder eingerührt
Ohne Zähne?
Ja, in weicher Form
Mit 6 Monaten
noch nicht empfohlen
Mit 9 Monaten
noch nicht empfohlen
Ab 12 Monaten
in kleiner Menge püriert oder fein zerkleinert, weiterhin nur gelegentlich
Allergene
Keines der 14 Hauptallergene
Eisen ?
★★★

Leber liefert von allen gängigen Lebensmitteln das meiste gut verwertbare Eisen und gilt deshalb oft als Geheimtipp für die Beikost. Gleichzeitig steckt in Leber so viel Vitamin A, dass sie nicht regelmäßig auf dem Speiseplan stehen sollte.

Ab wann darf mein Baby Leber essen?

Anders als die meisten anderen Lebensmittel empfehlen wir Leber nicht schon ab der Beikostreife, sondern erst ab etwa einem Jahr, und auch dann nur als gelegentliches Gericht statt als fester Bestandteil des Wochenplans. Der Grund dafür steht in den folgenden Abschnitten.

Warum bei Leber Zurückhaltung gefragt ist

Schlachttierleber enthält im Schnitt 17 bis 29 Milligramm Vitamin A pro 100 Gramm, ein Vielfaches dessen, was ein kleiner Körper braucht. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt deshalb seit Langem, dass Schwangere und Kleinkinder beim Verzehr von Leber und leberhaltigen Produkten wie Leberwurst sehr zurückhaltend sein sollten. Der Grund ist, dass sich Vitamin A im Körper anreichert und in zu hohen Mengen den Druck im Schädel erhöhen sowie Knochen und Wachstum beeinträchtigen kann.

Schwangere und Kleinkinder sollten beim Verzehr von Leber und leberhaltigen Produkten sehr zurückhaltend sein.

Das heißt nicht, dass Leber tabu ist, aber sie gehört nur gelegentlich und in kleiner Menge auf den Teller, etwa alle paar Wochen statt wöchentlich.

Was ist mit Cadmium?

Neben Vitamin A gibt es noch einen zweiten Grund für Zurückhaltung: Cadmium. Das Schwermetall reichert sich laut Bundesinstitut für Risikobewertung vor allem in den Innereien von Schlachttieren an, allen voran in Leber und Niere, weil diese Organe Schadstoffe aus dem Futter filtern und speichern. Bei Rinderniere wurden beispielsweise bis zu 0,31 Milligramm Cadmium pro Kilogramm gemessen, deutlich mehr als der Höchstgehalt von 0,05 Milligramm pro Kilogramm, der für Schweinefleisch gilt. Auch dieser Umstand spricht dafür, Leber nur gelegentlich statt regelmäßig anzubieten.

Und Kupfer?

Leber ist außerdem besonders kupferreich. Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt, dass Säuglinge und Kleinkinder empfindlicher auf Kupfer reagieren als Erwachsene und dass eine dauerhaft hohe Kupferaufnahme zu schweren, nicht mehr rückgängig zu machenden Leberschäden führen kann. Studien des BfR zeigen, dass Kinder über die übliche Ernährung im Schnitt deutlich unter der kritischen Menge bleiben, eine gelegentliche kleine Portion Leber ist also kein Grund zur Sorge. Der Punkt unterstreicht aber noch einmal, warum Leber nicht regelmäßig auf dem Speiseplan stehen sollte.

Welche Sorte eignet sich?

Kalbs- oder Rinderleber schmeckt milder als Schweineleber und ist deshalb in der Beikost die gängigere Wahl. Wichtig ist, dass sie vollständig durchgegart ist, roh oder blutig gehört Leber nicht auf den Tisch eines Babys. Von Schafleber rät das BfR grundsätzlich ab, sie kann deutlich stärker mit Dioxinen und PCB belastet sein als Rinder-, Schweine- oder Geflügelleber, schon eine einzelne Portion kann einen großen Teil der wöchentlich duldbaren Aufnahmemenge ausschöpfen.

Welche Form eignet sich für BLW?

Kurz und scharf angebraten wird Leber innen schnell fest und ist für Babyhände schwer zu kauen. Besser geeignet ist sie fein püriert und in kleiner Menge in ein Gemüsepüree eingerührt, oder als dünner Streifen auf einer Scheibe Brot.

Eisen

Leber gehört zu den konzentriertesten Eisenquellen überhaupt, und wie bei anderem Fleisch liegt das Eisen als Häm-Eisen vor, das der Körper deutlich besser aufnimmt als pflanzliches Eisen. Gerade weil schon eine kleine Menge viel liefert, muss Leber nicht oft auf dem Teller landen, um einen Unterschied zu machen. Wie die Sterne-Bewertung zustande kommt und welche Lebensmittel wirklich liefern, steht in Eisen bei BLW.

Quellen

  1. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Höchstmengenvorschläge für Vitamin A in Lebensmitteln, inklusive Nahrungsergänzungsmitteln.
  2. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Cadmium in Lebensmitteln, Verbraucherinformation.
  3. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Aufnahme von Kupfer: in Spuren lebensnotwendig, in größeren Mengen riskant.
  4. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Neue EU-Höchstgehalte für Dioxine und PCB in Lebern an Land lebender Tiere und in Schafleber.

Stand: September 2026. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.

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Redaktion Baby-led-weaning.de
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