Erdnuss ist eines der wichtigsten Allergene und gleichzeitig eines der Lebensmittel, bei denen frühes Anbieten am besten untersucht ist.
Ab wann darf mein Baby Erdnuss essen?
Erdnuss ist ab der Beikostreife geeignet. Studien deuten darauf hin, dass ein früher und regelmäßiger Kontakt das Risiko einer Erdnussallergie senken kann. Abwarten gilt heute nicht mehr als Schutz. Gibt es in eurer Familie bekannte Erdnussallergien oder hat dein Baby ausgeprägte Neurodermitis, besprich das Vorgehen vorher mit eurer Kinderarztpraxis.
Antwort von Prof. Dr. Matthias Kopp
Bei Säuglingen mit Neurodermitis kann eine frühe und regelmäßige Gabe in altersgerechter Form erwogen werden, insbesondere dann, wenn Erdnuss ohnehin zur Ernährung der Familie gehört. Bei mittelschwerer oder schwerer Neurodermitis sollte vorher eine Erdnussallergie ausgeschlossen werden.
Quelle: Interview mit Prof. Dr. Matthias Kopp, Mitautor der S3-Leitlinie Allergieprävention
Warum nur als Mus?
Ganze Erdnüsse sind hart und klein und gehören zu den größten Erstickungsrisiken. Diese Empfehlung gilt üblicherweise bis etwa zum fünften Geburtstag.
Wie biete ich es sicher an?
Dickes Mus kann am Gaumen kleben. Verdünne es mit etwas Wasser, Milch oder Joghurt zu einer streichfähigen Konsistenz und verteile es dünn auf Brot oder rühre es in Porridge.
Worauf beim Kauf achten?
Achte auf reines Erdnussmus ohne Zucker, Salz und Palmöl. Ein Blick auf die Zutatenliste genügt: Dort sollte nur Erdnuss stehen.
Worauf achte ich beim ersten Mal?
Gib beim ersten Mal eine kleine Menge, tagsüber, und beobachte dein Baby danach. Achte auf Hautausschlag, Schwellungen, Erbrechen oder Atemprobleme, bei Atemnot oder Schwellungen im Gesicht ruf sofort den Notruf. Steht eine Erdnussallergie bereits fest, ändert sich die Ausgangslage. Svenja Schweizer, Ernährungsfachkraft Allergologie, sagte uns dazu:
Antwort von Svenja Schweizer
Wenn eine Lebensmittelallergie vorliegt, sollte die Familie zunächst grundsätzlich gut geschult sein.
Quelle: Baby-led Weaning mit einer Nahrungsmittelallergie: Drei Fragen an eine Ernährungsfachkraft
Gerade bei Erdnuss verunsichert die Diskussion um den richtigen Zeitpunkt viele Eltern. Prof. Dr. med. Matthias Kopp, Mitautor der Leitlinie, stellt klar:
Auskunft von Prof. Dr. med. Matthias Kopp
Allergieauslösende Lebensmittel sollen nicht vorsorglich gemieden oder unnötig spät eingeführt werden.
Quelle: Interview mit Prof. Dr. Matthias Kopp
Eisen
Erdnussmus enthält Eisen in moderater Menge. Wie bei allen pflanzlichen Quellen verbessert Vitamin C die Aufnahme. Wie die Sterne-Bewertung zustande kommt und welche Lebensmittel wirklich liefern, steht in Eisen bei BLW.
- S3-Leitlinie Allergieprävention (AWMF-Registernummer 061-016), Stand 11. November 2022. Dort steht, bei Säuglingen mit atopischer Dermatitis in Familien mit regelmäßigem Erdnusskonsum könne erwogen werden, Erdnussprodukte in altersgerechter Form wie Erdnussbutter im Zuge der Beikosteinführung zu geben und regelmäßig weiter zu füttern. Was daraus für die Beikost folgt, steht in unserem Beitrag Allergene in der Beikost.
- Gespräch mit Prof. Matthias Kopp.
- Gespräch mit Svenja Schweizer.
- Gespräch mit Prof. Eckard Hamelmann.
Stand: September 2026. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.





