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Stimmung am Tisch zählt mehr als die Menge

Warum die Stimmung beim Essen mehr zählt als die Menge, und woran du stattdessen erkennst, dass alles stimmt.

Stimmung am Tisch zählt mehr als die Menge

Gemeinsam am Tisch: Die Stimmung beim Essen wirkt stärker als die Menge auf dem Teller.

„Jede Mahlzeit endet bei uns in Stress. Ich sitze nur noch daneben und schaue zu, ob genug in den Mund kommt.“ Sätze wie dieser erreichen unsere Redaktion regelmäßig.

Wir schreiben viel darüber, was auf dem Teller liegt. Über das, was am Tisch passiert, deutlich weniger. Dabei entscheidet genau das oft darüber, ob eine Mahlzeit gelingt.

Wir haben deshalb Monika Ziebart drei Fragen gestellt. Sie ist Ökotrophologin mit Schwerpunkt Kinderernährung, Still- und Laktationsberaterin IBCLC und arbeitet in ihrer Münchner Praxis unter anderem mit Familien, bei denen das Essen zum Problem geworden ist. Ihre Antworten stehen hier im Wortlaut.

Wie wichtig ist die Stimmung am Tisch dafür, dass ein Kind gut essen lernt?

Die Stimmung am Tisch ist sehr wichtig. Auch uns Erwachsenen vergeht der Appetit, wenn miese Stimmung ist oder man sich vorm Essen gestritten hat. Kindern geht es da genauso. Daher ist es wichtig, Mahlzeiten in Ruhe zu gestalten, ohne Hetze und schnell, schnell.

Wenn vor der Mahlzeit Stress oder Streit war, lohnt es sich, das Kind vor der Mahlzeit in den Arm zu nehmen, zu beruhigen und erst dann die Mahlzeit zu beginnen.

Wichtiger als die gegessene Menge ist die Zufriedenheit nach der Mahlzeit und die Frage, ob das Kind perzentilparallel wächst.

Viele Eltern behalten die Menge trotzdem genau im Blick. Genau danach haben wir gefragt.

Was raten Sie Eltern, die bei jeder Mahlzeit mitzählen?

Ich rate Ihnen, es sein zu lassen, Sie machen sich nur verrückt. Es gibt Menschen, die können sehr viel essen, und Menschen, denen genügt wenig.

Wichtiger als die gegessene Menge vom Kind ist seine Zufriedenheit nach der Mahlzeit, also ist es satt? Und seine körperliche Entwicklung, also wächst es perzentilparallel? Wenn beides passt, ist die gegessene Menge erst einmal unerheblich.

Anmerkung der Redaktion: Perzentilparallel heißt, dass ein Kind auf seiner eigenen Wachstumskurve bleibt, statt sie nach unten zu verlassen. Diese Kurve trägt die Kinderarztpraxis bei den Vorsorgeuntersuchungen ein.

Ab wann sitzt ein Kind sinnvollerweise mit am Familientisch?

Im besten Fall, sobald es sitzen kann. Essen ist mehr als nur Nahrungsaufnahme, Essen ist Gemeinschaft, und Kinder wollen an der Gemeinschaft teilnehmen.

Vielleicht manchmal nur für fünf Minuten, dann ist das Kind satt und seine Geduld am Ende. Aber in diesen fünf Minuten hat es vielleicht etwas Neues probiert, Tischregeln kennengelernt, einen wertschätzenden Umgang mit Essen und vieles mehr.

Was das für euren Alltag heißt

Wenn du bisher mitgezählt hast, ersetze die Frage „Wie viel war das?“ durch zwei andere: War mein Kind nach der Mahlzeit zufrieden, und stimmt die Wachstumskurve? Beides beantwortet sich nicht am einzelnen Tag.

Der zweite Punkt betrifft den Zeitpunkt. Ein Kind gehört an den Tisch, sobald es sitzen kann, auch wenn es dort anfangs nur wenige Minuten bleibt. Beim breifreien Essen ist der gemeinsame Tisch ohnehin die Voraussetzung, weil dein Baby mitisst statt gefüttert zu werden. Wie es dabei sicher sitzt, steht im Artikel zum richtigen Hochstuhl.

Quellen

  1. Schriftliche Antworten von Monika Ziebart, MSc. Ökotrophologin mit Schwerpunkt Kinderernährung, auf drei Fragen der Redaktion von baby-led-weaning.de, September 2026. Autorisiert zur Veröffentlichung.

Stand: September 2026. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.

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Redaktion Baby-led-weaning.de
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Monika Ziebart
Antworten von Monika Ziebart
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