Mit dem ersten Geburtstag ändert sich mehr, als vielen bewusst ist. Das Kind isst am Familientisch mit, läuft und spielt, und trinkt plötzlich deutlich mehr. Nur was?
Sechs Becher am Tag, und warum es meist weniger werden
Als Richtwert nennen die D-A-CH-Fachgesellschaften für Kinder von einem bis unter vier Jahren 820 Milliliter Wasser in Form von Getränken pro Tag. Umgerechnet sind das etwa sechs kleine Becher über den Tag verteilt.
Interessant ist die zweite Hälfte der Beobachtung: Im Durchschnitt trinken Kleinkinder nur ungefähr die Hälfte davon.
Das liegt selten am Durst, sondern daran, dass Trinken im Spiel untergeht. Ein Becher in Reichweite wirkt deshalb mehr als jede Aufforderung.
Was jetzt dazukommen darf
Kuhmilch darf ab dem ersten Geburtstag als Getränk in den Becher. Sie bleibt aber eine Mahlzeit und kein Durstlöscher. Als Richtwert gelten 300 bis 330 Milliliter Milch und Milchprodukte pro Tag. Verteilt auf drei kleine Portionen ist das gut zu schaffen: ein Glas zum Frühstück, ein Becher Joghurt nachmittags, eine Scheibe Käse abends. Wer Milch darüber hinaus den ganzen Tag verteilt anbietet, nimmt dem Essen den Platz.
Stark verdünnte Saftschorle ist jetzt möglich, aber nicht nötig. Warum sie kein Durstlöscher ist, steht in Saft für Babys.
Auch bei Kräutertee lohnt sich ein zweiter Blick. Pfefferminz-, Melissen- oder Kamillentee können von Natur aus Pyrrolizidinalkaloide enthalten, Pflanzenstoffe, die bei längerfristig hohem Verzehr gesundheitlich bedenklich sind. Wasser bleibt deshalb das Hauptgetränk, Tee eher die Ausnahme, und wenn, dann mit wechselnden Sorten statt derselben täglich.
Ein Becher in Reichweite wirkt mehr als jede Aufforderung.
Was jetzt zur Gewohnheit wird, wirkt dabei weiter, als die meisten Eltern denken.
Der Geschmack prägt sich jetzt
Was ein Kind in dieser Zeit als normales Getränk kennenlernt, bleibt lange die Messlatte. Wer Wasser gewohnt ist, lehnt es später seltener ab. Wer Süße gewohnt ist, findet Wasser fad.
Das ist kein moralisches Argument, sondern ein praktisches: Es macht die nächsten Jahre einfacher.
Der Becher ist damit nicht nur Geschmackssache, sondern auch ein körperliches Thema.
Becher statt Flasche, spätestens jetzt
Im zweiten Lebensjahr sollten Getränke konsequent aus Becher oder Tasse kommen. Die Gründe dazu, Zähne und Mundentwicklung, stehen in Offener Becher statt Schnabeltasse.
- Netzwerk Gesund ins Leben, Handlungsempfehlungen 2024.
- Netzwerk Gesund ins Leben, Handlungsempfehlungen Kleinkindalter.
- Netzwerk Gesund ins Leben, Nachgefragt: Was und wie viel sollen Kleinkinder trinken.
- DGE, Referenzwerte Wasser.
- BZgA, kindergesundheit-info.
Stand: September 2026. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.






