Das Essen ist eingepackt, die Kontrolle ist geschafft. Bleibt die Frage, die sich spätestens über den Wolken stellt: Wie wird das Ganze warm?
Viele Eltern kaufen nach der Sicherheitskontrolle teures Wasser, weil sie glauben, an Bord gäbe es keines für die Flasche. Die Sorge ist verständlich: Wer zum ersten Mal mit Baby fliegt, will nichts dem Zufall überlassen, und hinter der Kontrolle wirkt jede Versorgungsfrage plötzlich größer. Tatsächlich ist an Bord mehr vorhanden, als die meisten annehmen. Wir haben bei Lufthansa nachgefragt.
Die Crew erwärmt mitgebrachtes Essen
Auskunft von Lufthansa
Ja. Unsere Crews können mitgebrachte Babynahrung an Bord erwärmen. Zudem steht an Bord Wasser zur Verfügung, das für die Zubereitung einer Babyflasche geeignet ist. Es ist daher nicht erforderlich, hierfür nach der Sicherheitskontrolle zusätzlich Wasser zu kaufen.
Zwei Dinge stecken darin, die dir Gepäck und Geld sparen: Du musst weder eine Thermoskanne mitschleppen noch am Gate Wasser kaufen. Frag die Crew rechtzeitig, am besten nicht mitten im Getränkeservice, und rechne auf vollen Flügen mit ein paar Minuten Wartezeit.
Prüf die Temperatur vor dem Füttern selbst, so wie zu Hause auch. Erwärmt wird an Bord nicht in einer Mikrowelle, sondern über warmes Wasser. Das dauert etwas länger, erhitzt dafür aber gleichmäßiger und ohne heiße Stellen.
Gut zu wissen für die Zeitplanung: Während Start, Landung und angeschnalltem Zeichen passiert nichts. Wenn dein Baby zu einer festen Zeit isst, frag lieber etwas früher als zu spät. Beim breifreien Essen brauchst du das Erwärmen ohnehin seltener, denn Gemüsesticks, Brot und Obst funktionieren kalt genauso gut.
Tatsächlich ist an Bord mehr vorhanden, als die meisten annehmen.
Bevor du am Gate stehst, lohnt sich aber noch ein Blick auf das Handgepäck selbst. Was du mitnehmen darfst und wofür die Airline gar nicht zuständig ist, steht im vorherigen Beitrag.
BLW GrundlagenBabynahrung im Handgepäck: Was die Airline erlaubt und wofür der Flughafen zuständig istWas an Bord vorrätig ist
Auskunft von Lufthansa
Lufthansa hält an Bord eine begrenzte Auswahl an Babynahrung bereit, darunter Gläschen mit fruchtigen oder herzhaften Speisen. Auch Babyflaschen sind grundsätzlich verfügbar. Da Auswahl und Verfügbarkeit begrenzt sein können, empfehlen wir Eltern, ausreichend Babynahrung sowie eigene Babyflaschen mitzubringen.
Das ist eine Notreserve, keine Verpflegung, auf die du planen solltest, und zweimal steht im Zitat das Wort begrenzt. Für das breifreie Essen kommt dazu: Gläschen sind püriert und damit genau das, was dein Baby beim selbstständigen Essen nicht braucht. Als Rückfallebene sind sie trotzdem beruhigend zu wissen.
Ein zweiter Weg wird in der Auskunft nicht erwähnt, funktioniert aber gut: die normale Bordverpflegung. Auf dem Tablett liegt oft gekochtes Gemüse, Brot, weiche Nudeln oder Obst, und vieles davon passt, wenn du es entsprechend zerteilst. Vorsicht ist nur beim Salzgehalt geboten, denn warme Hauptgerichte sind für Erwachsene gewürzt. Beilagen und Brot sind die sichereren Griffe.

Empfehlungen für die Langstrecke
Auskunft von Lufthansa
Wir empfehlen Eltern, ausreichend von der gewohnten Babynahrung für die gesamte Reise mitzuführen. Auf Lufthansa Langstreckenflügen stehen zudem Baby-Bassinets zur Verfügung, die vorab reserviert werden können.
Das Stichwort ist „gewohnt“. Ein langer Flug ist kein guter Moment, um etwas Neues auszuprobieren, weder beim Essen noch beim Geschirr.
Die Bettchen an der Trennwand musst du vorab reservieren, die Plätze sind begrenzt. Der Nebeneffekt ist beim Essen fast wichtiger als der Schlafplatz: Diese Reihe hat keinen Vordersitz und dadurch deutlich mehr Beinfreiheit für Wickeltasche und Brotdose.
Für die Nutzung gelten Grenzen bei Alter und Gewicht des Kindes, die sich unterscheiden können, das klärst du am besten bei der Reservierung mit ab. Reservier außerdem früh: Diese Plätze sind auf Flügen mit vielen Familien schnell vergeben, gerade in den Ferienzeiten.
Was du daraus mitnehmen kannst
Pack die gewohnten Sachen ein, in ausreichender Menge für die ganze Reise. Wasser für die Flasche brauchst du nicht zu kaufen, das gibt es an Bord, und ein Bassinet lohnt sich auf Langstrecke auch dann, wenn dein Baby darin gar nicht schläft.
Stell dich darauf ein, dass unterwegs weniger festes Essen ankommt als zu Hause. Milchmahlzeiten decken den Bedarf in dieser Zeit zuverlässiger. Das ist kein Rückschritt, sondern schlicht die Situation.
Diese Angabe gilt ausdrücklich nur für Lufthansa. Bei Eurowings ist die Empfehlung eine andere, dort solltest du eigenes heißes Wasser mitbringen. Mehr dazu im Beitrag über Baby-Reisen mit Eurowings.
- Die Zitate stammen wortgetreu aus der schriftlichen Auskunft der Deutschen Lufthansa AG an die Redaktion von baby-led-weaning.de.
Stand: August 2026. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Angaben zu Ausstattung und Verfügbarkeit an Bord können sich ändern und gelten nur für Lufthansa.



